Hier mein Feedback zur Steop, ich hoffe, dass es sich wirklich jemand zu Herzen nimmt. Ich spreche nämlich definitiv nicht für mich alleine.
LG und ein Danke an die Studienvertretung des ZTW, ihr seid wirklich toll
Als ich zum ersten Mal von der Steop gehört habe, hielt ich es für keine so schlechte Idee, den Studenten ein Semester lang einen Einblick in das Studium zu geben um sich entscheiden zu können, ob man es wirklich durchziehen möchte.
In der Realität sah es dann etwas anders aus. Zunächst finde ich, dass eine Steop, die ausschließlich aus Vorlesungen mit bis zu 700 Studierenden besteht, sonderlich repräsentativ für ein Studium ist, das danach zum Großteil aus Übungen besteht.
Weiters war das
Niveau der Veranstaltungen absolut unausgeglichen und irreführend, sowie manchmal durch qualitativ schlechten Unterricht kaum nützlich:
So z.B. in der VOX Kommunikation und Translation: Die Menge an Büchern, die es zu lesen galt war enorm – ca. 12 Bücher, z.T. Fachliteratur mit schwer verständlichen Inhalten. Dazu kommt, dass die meisten Bücher und Artikel im Prinzip das Gleiche aussagten. Die Zeit, die für das Lesen dieser z.T. fast aussagelosen Literatur und für das (eigentlich einzig notwendige) Verstehen notwendig war,
übersteigt mit Sicherheit 6 ECTS Punkte. Hätte man bereits im Sommer nach der Inskription erfahren, welche Bücher notwendig sind und dass es kaum machbar ist, sie während dem Studium zu lesen, wären sicherlich einige Studierende jetzt noch am Institut. Ein weitere, sehr bedeutungsvolle Kritik gilt dem Aufbau der VOX: Alleine, dass ein Der Studierenden erst im Dezember anfangen konnte und somit 2 Monate (!) weniger Zeit für die Literatur hatte, ist schon eine Frechheit.
Doch die Durchführung der VOX (sowohl bei Kaindl als auch bei Kadric) war äußerst irreführend. Während zuhause einen richtigen Bücherberg vor sich hat, von dem die Hälfte zusätzlich erst von hochgestochenem auf normales Deutsch übersetzt werden muss, erzählen die Vortragenden geschlagene 1 ½ Stunden, was ein Zeichen ist oder dass Kulturen nicht gleich sind. Man bekommt den Eindruck, dass alles gar nicht so kompliziert und umfangreich ist. Doch gerade die komplizierten Inhalte werden nicht einmal angeschnitten. Das kommt dann bei der Prüfung. Da sich die Inhalte der Bücher auch so stark überschneiden, liest man stundenlang und hat zum Schluss kaum Neues erfahren. Dass man die Überschneidungen selbst erfahren darf und nicht einfach eine
besser ausgewählte Leseliste bekommt, ist mir unverständlich. Noch dazu, wenn diese Bücher zwischen 10 und 45 (!) € pro Stück kosten.
Nun zu den Sprachen: Man kann natürlich nicht verlangen, dass das Translationsinstitut allen einen Sprachkurs bietet und es ist vertretbar, dass ein gewisses Maß an Sprachkompetenz vorhanden ist. Doch wie man seine eigene an das wirklich sehr hohe Niveau der Vorlesungen angleicht ist eine andere Sache.
Manche Professoren nutzen ihre Zeit durchaus sinnvoll und vermitteln nötige Grammatikgrundlagen und wiederholen manches bereits Vergessenes. Dabei muss man sagen, dass es hier zwischen der Qualität der Vorlesung sowie vermittelten Inhalten und den Anforderungen bei der Prüfung deutliche Unterschiede gibt: Wenn die Vorlesungen durch ihren strukturlosen Aufbau mehr verwirren, als helfen, braucht man noch mehr Zeit, um sich die Inhalte irgendwie selbst zu vermitteln. (Wie beispielsweise bei Spanisch)
Professor Zigo dagegen geht ein paar alte SPOTs mit den Studierenden durch, erzählt in jeder Vorlesung, wie wenige von uns durchkommen werden und das wir an unseren Sprachkenntnissen arbeiten sollen. Dafür kommen wir auch in die Vorlesung, nicht um 2-3 neue Ausdrücke aus den Probetests zu lernen (die wir, wenn wir die Lösungen hätten, zuhause üben könnten) und uns demotivieren zu lassen. Oder manchmal, um uns von ihm interviewen zu lassen, wo wir uns in 5 Jahren sehen…
Jeder predigt, wir sollen „Zeitungen lesen, lesen, lesen und nochmals lesen“, am besten uninteressante Artikel über Wirtschaft und Politik. Doch wie dies neben in der Woche quer verteilten Vorlesungen und einer riesigen Leseliste für die VOX möglich ist, hat sicherlich noch keiner ausprobiert.
Doch das
Schlimmste an der Steop sind eindeutig die zwei Antrittsversuche und die „Unteilbarkeit“ der Prüfung. Das ganze Semester über schwebt ein Damoklesschwert über einem, ob man im nächsten Semester überhaupt noch hier sein wird, ob man aufhören muss oder den zweiten Termin ein Semester hinauszögert. So verliert man beim Abbruch das ganze Semester, bei der Sperrung nach einem 2. Scheitern vielleicht sogar ein ganzes Studienjahr. Da stellt sich wirklich die Frage, ob Aufnahmeprüfungen (mit klar definierten Inhalten, die spätestens bei der Prüfungsanmeldung bekannt gegeben werden) nicht sinnvoller wären.
Wenn ich nur in einer Sprache ein Kreuzchen falsch setze, ist die ganze Prüfung negativ. Ok, da hat man Pech gehabt. Doch dass man die gesamte Prüfung in 3 Sprachen inkl. der VO Mehrsprachigkeit noch einmal machen muss, ist einfach lächerlich. Beim ersten Mal vertut man sich in Englisch, beim zweiten Mal ist man so nervös, dass man sich für das Textpuzzle in Deutsch nicht konzentrieren kann und ist für immer gesperrt.
Dazu kommt, dass bei den Teilbereichen der Prüfung oft die
Lösungen voneinander abhängig sind und so keine völlig faire Auswertung ermöglichen: Kenne ich das Kernwort eines Satzes im C-Test nicht, kann es leicht passieren, dass ich den ganzen Satz nicht zustande bringe, weil der Zusammenhang nicht klar ist. So werden aus einem Fehler vielleicht gleich 5. Wenn man sich bei den Textpuzzles mit einem Abschnitt irrt, kann man diesen nicht mehr an anderer Stelle einsetzen und hat gleich zwei Fehler. Passiert das ein zweites Mal, ist man schon praktisch durchgefallen.
Noch eine letzte Anmerkung: Es wird von der Studienvertretung empfohlenen, das Modul 3 zu belegen (auch wenn es nicht Teil der Steop ist), um auf die nötigen ETCS Punkte zu kommen. Zu diesem Modul möchte ich nur sagen, dass die Vorlesung Probleme und Lösungsansätze praktisch sinnlos ist, da alle Inhalte schon Teil der VOX sind. Außerdem ist die Anmeldung über Univis ja nicht möglich, sodass man für die meisten Vorlesungen nicht auf Moodle und zu den Lerninhalten kommt. Wenn man wenigstens nach der Steop automatisch angemeldet wäre, hätte man es um einiges leichter, doch da besitzen die VO keinen gültigen Anmeldezeitraum mehr.